Das kleine A bis Z des Gasbohrens

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Lesen Sie hier über Fachbegriffe des Gasbohrens. Sie finden zu fast jedem Buchstaben des Alphabets einen Begriff. Das kleine A bis Z des Gasbohrens gibt es übrigens auch als Pixi-Buch bei unseren Ständen und Veranstaltungen.

Aufsuchungserlaubnis (Claim)

Wenn ein Unternehmen Gas fördern möchte, braucht es zunächst eine Erlaubnis für ein bestimmtes Gebiet. Damit sichert es sich erst einmal nur die Erkundungsrechte. Unter Tage erstreckt sich ein sogenanntes Erlaubnisfeld theoretisch bis zum Erdmittelpunkt. Durch die Genehmigung der Aufsuchung findet zunächst nur ein Gebietsschutz statt. Jede Probebohrung oder Förderung muss separat beantragt werden. In Niedersachsen ist für die Erteilung von Erlaubnisfeldern und für weitere Genehmigungen das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zuständig. RWE Dea hat die Erkundungsrechte für das „Aufsuchungsgebiet Werder“. Dieses erstreckt sich vom Großraum Achim bis nach Riede.

Abfackelung

Auch bei der konventionellen – in Deutschland bisher üblichen – Erdgasförderung wird, z.B. bei der Reinigung überschüssiges Rohgas abgefackelt. Bei der Verbrennung entsteht CO2. Das verbrannte Gas besteht aber nicht nur aus reinem Methan, sondern beinhaltet giftige Stoffe wie Benzol und Quecksilber. Hinzu kommt, dass die Verbrennung nicht kontrolliert werden muss und somit unvoll- ständig erfolgen kann; eine Freisetzung giftiger, krebserregender Stoffe ist die Folge. Alternativen dazu gibt es durchaus: Ein Auffangen der Gase wäre möglich, ist nur finanziell aufwendiger.

Bohrtechnik

Während früher nur senkrecht gebohrt werden konnte, ist es heute möglich, nach dem senkrechten Bohren durch Wasserleiter horizontal in alle Richtungen zu bohren. Dies bedeutet, dass die Nähe zur Bohrstelle bezüglich der „Gefahrenzone“ zunehmend irrelevant ist.

Bürgerinitiativen

Zahlreiche Bürgerinitiativen engagieren sich, um Bürgerinnen und Bürger aufzuklären, die Politik zum Handeln zu bewegen, Öffentlichkeit und Transparenz herzustellen, die bisher seitens der Energieunternehmen sowie staatlichen Behörden gemieden Wurde.

Benzol

Ist ein Kohlenwasserstoff, der flüssig, aber sehr flüchtig ist und sich in Mengen bis ca. 1,8 g / Liter bei 25 Grad Celsius mit Wasser vermischt. Daher kann Benzol über die Luft und über das Wasser verbreitet werden und in den Körper gelangen. Benzol ist krebserregend und verursacht z.B. Leukämie. Ebenso kann es das Erbgut verändern. Der Körper speichert den Stoff in Gehirn, Knochenmark und Fettgewebe. Bei der Gasförderung tritt Benzol zusammen mit dem Lagerstättenwasser an die Erdoberfläche. In den Landkreisen Verden und Rotenburg ist es bereits zu Kontaminierungen der Böden bzw. landwirtschaftlichen Flächen gekommen. Auch beim Abfackeln von Rohgas wird Benzol an die Luft abgegeben.

Beweislastumkehr im Bergschadensrecht.

Durch Erdbeben in größerem Umkreis der Fördergebiete sind bereits mehrfach Gebäudeschäden verursacht worden. Um Schadensersatzforderungen geltend machen zu können. muss – nach bundesdeutschem Recht – der Eigentümer des beschädigten Gebäudes Beweise vorlegen, die den Gasförderer als Verursacher ausmachen. Initiativen fordern seit Jahren eine Beweislastumkehr. ln den Niederlanden beispielsweise zahlen die Energiekonzerne in diesem Fall vorbehaltlos die Schäden durch Erdbeben in Nähe der Gasförderanlagen.

Claims (dt.: Ansprüche)

=Aufsuchungserlaubnis

Wenn ein Unternehmen Gas fördern möchte, braucht es zunächst eine Erlaubnis für ein bestimmtes Gebiet. Damit sichert es sich erst einmal nur die Erkundungsrechte. Unter Tage erstreckt sich ein sogenanntes Erlaubnisfeld theoretisch bis zum Erdmittelpunkt. Durch die Genehmigung der Aufsuchung findet zunächst nur ein Gebietsschutz statt. Jede Probebohrung oder Förderung muss separat beantragt werden. In Niedersachsen ist für die Erteilung von Erlaubnisfeldern und für weitere Genehmigungen das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zuständig. -› RWE Dea hat die Erkundungsrechte für das „Aufsuchungsgebiet Werder“. Dieses erstreckt sich vom Großraum Achim bis nach Riede.

Chemikalien

Die beim Frack-Vorgang verwendeten Chemikalien geben die jeweiligen Energiekonzerne (RWE Dea, Exxon Mobil etc.) nicht offiziell preis. Zu den gängigsten Chemikalien zählen in diesem Zusammenhang Kaliumchlorid, lsopropanol, Zitronensäure, Boratsalze, Dimethylformadid (Amid der Ameisensäure) und Glutardialdehyd. Diese Zusätze werden benötigt, um die Anlagen vor Korrosion zu schützen und Bakterien abzutöten. Darüber hinaus dienen sie als Schmier- und Verflüssigungsmittel. Nach Recherchen der BI Völkersen identifiziert: LGC-Vl, BA-4OL, Biocide wie BE-6. In der Sendung Monitor wurde eine Liste der beim Fracking eingesetzten teilweise hochtoxischen Chemikalien veröffentlicht. Danach enthält die Frac-Flüssigkeit krebserregende, hormonverändernde und stark wassergefährdende Toxine: Tetramethylammoniumchlorid, Pertroleumdestillate, Octylphenol und Biozide aus der Gruppe der Isothiazolinone.

Daverden Z1

Name des von RWE Dea geplanten neuen Bohrvorhabens im Landkreis Verden. Das Bohrziel befindet sich in ca. 5000 m Tiefe unter der Daverdener Marsch. Aufgrund dieser Vorhaben gründeten sich die Bürgerinitiativen lntschede und Langwedel. Sie erreichten, dass bisher kein Eigentümer bereit ist, sein Land für einen Bohrplatz zur Verfügung zu stellen.

Emissionen

Entstehen beim Abfackeln von Erdgas. Es wird bisher keinerlei Kontrolle verlangt. Somit sind auch keine Werte der Öffentlichkeit zugänglich.

Entsorgung

Eine umweltverträgliche Entsorgung des bei der Art von Gasförderung anfallenden Lagerstättenwassers findet bisher nicht statt (s. Lagerstättenwasser)

Energieunternehmen

In der Bundesrepublik Deutschland fördern vornehmlich folgende Konzerne Erdgas: RWE Dea, Exxon Mobil, Wintershall, GDF Suez. Aktuell drängen vermehrt bisher unbekannte internationale lnvestorenfirmen auf den Markt um die noch bestehenden Erdgasvorkommen auszubeuten. So sicherte sich z.B. „Blue Mountain“ oder das in den USA als Fracking-Konzern bekannte „Kimmeridge Energy“-Unternehmen Erlaubnisfelder in Deutschland.

Erdbeben

Jeder Frack-Vorgang verursacht in 5000 Metern Tiefe ein Erdbeben, welches etwa einer Stärke 3,5 entspricht. Allein die Förderung von Erdgas und die Verpressung von Lagerstättenwasser führen jedoch schon zu Veränderungen im Untergrund, welche seismische Aktivitäten hervorrufen können. An der Oberfläche sind in Zusammenhang mit der Gasförderung in den Fördergebietsregionen bisher Stärken bis zu Magnitude 4,5 zu verzeichnen. ln allen Förderregionen erlebt die Bevölkerung Erdstöße. Obwohl ein Zusammenhang mit der Gasförderung nahezu unbestritten ist, müssen aufgrund der Erdstöße angefallene Gebäudeschäden (z.B. Risse im Mauerwerk) bisher im Regelfall vom Eigentümer getragen werden. (s. Beweislastumkehr).

Fracking

=Hydraulic Fracturing.

Beschreibt eine Technologie, bei der Gestein in 1000 bis 5000 m Tiefe unter Einsatz eines flüssigen Gemisches aus Wasser, Quarzsand und Chemikalien mit hohem hydraulischem Druck aufgebrochen wird. ln den USA führte das Verfahren zu einem Boom dieser Förderung. Auch in Deutschland werden, etwa in Schiefergestein, nennenswerte Vorkommen vermutet. Auch in der konventionellen Erdgasförderung wird gefrackt, um die nahezu erschöpften, letzten Gasvorkommen einer Bohrstelle auszubeuten oder um schneller und effektiver zu fördern. Im Erdgasfördergebiet Völkersen (LK Verden) kommt Fracking seit ca. 10 Jahren zum Einsatz. Dazu werden ca. 350 Kubikmeter Flüssigkeit mit hohem Druck in das Bohrloch gepresst. Diese Flüssigkeit besteht zum größten Teil aus Wasser, aber es werden auch 3-4% Chemikalien beigemischt, also etwa 10- 15 Kubikmeter bei jedem Frack-Vorgang. Ein Großteil der Flüssigkeit wird wieder abgepumpt und entsorgt. Ein Teil gelangt jedoch erst bei der Erdgasförderung zu Tage und wird dann mit dem Lagerstättenwasser im Untergrund verklappt.(s. Verpressen). In Deutschland wurde bisher rund 320 Mal gefrackt. Dabei sind mehr als 130 verschiedene Chemikalien im Einsatz.

Gesetzeslage

Die aktuelle Gesetzeslage lässt Fördermethoden aller Art ohne Einschränkung zu. Durch die Öffentlichkeitsarbeit zahlreicher Bürgerinitiativen wächst der Druck, gesetzliche Rahmenrichtlinien zu schaffen, die umweltgefährdende Förderpraxen verhindern.

Grundwasser

Unsere Lebensgrundlage, die durch die aktuelle Gasförderpraxis droht, verunreinigt zu werden.

Hydraulic Fracturing

Wird im Allgemeinen als „Fracking“ bezeichnet und beschreibt eine Technologie, bei der Gestein in 1000 bis 5000 m Tiefe unter Einsatz eines flüssigen Gemisches aus Wasser, Quarzsand und Chemikalien mit hohem hydraulischem Druck aufgebrochen wird. ln den USA führte das Verfahren zu einem Boom dieser Förderung. Auch in Deutschland werden, etwa in Schiefergestein, nennenswerte Vorkommen vermutet. Auch in der konventionellen Erdgasförderung wird gefrackt, um die nahezu erschöpften, letzten Gasvorkommen einer Bohrstelle auszubeuten oder um schneller und effektiver zu fördern. Im Erdgasfördergebiet Völkersen (LK Verden) kommt Fracking seit ca. 10 Jahren zum Einsatz. Dazu werden ca. 350 Kubikmeter Flüssigkeit mit hohem Druck in das Bohrloch gepresst. Diese Flüssigkeit besteht zum größten Teil aus Wasser, aber es werden auch 3-4% Chemikalien beigemischt, also etwa 10- 15 Kubikmeter bei jedem Frack-Vorgang. Ein Großteil der Flüssigkeit wird wieder abgepumpt und entsorgt. Ein Teil gelangt jedoch erst bei der Erdgasförderung zu Tage und wird dann mit dem Lagerstättenwasser im Untergrund verklappt.(s. Verpressen). In Deutschland wurde bisher rund 320 Mal gefrackt. Dabei sind mehr als 130 verschiedene Chemikalien im Einsatz.

Intransparenz

Seit über zehn Jahren verspricht das Umweltinformationsgesetz das Recht auf Einsichtnahme in umweltrelevanten Schriftverkehr für Bürgerinnen und Bürger. Das zuständige Niedersächsische Landesamt (LBEG) hält Angaben zum Einsatz von Chemikalien im Zusammenhang mit der Gasförderung sowie zu Verunreinigungen des Bodens und der Luft durch Gasförderung zurück – mit der Begründung, die Zusammen- setzungen seien „Betriebsgeheimnis“ bzw. „geistiges Eigentum“.

Konventionelle Gasförderung

Meint die in Deutschland seit Jahrzehnten praktizierte – „klassische“ – Fördermethode. Hier ist das Gas – Methan – in undurchdring- lichen Schichten gefangen, strömt bei einer Bohrung jedoch von selbst aus. Auch diese Methode birgt Risiken für Mensch und Umwelt (s. Entsorgung giftigen Lagerstättenwassers, Erdbeben etc.). Auch in Deutschland wird hierbei in der Endphase häufig gefrackt (s. Fracking). Die Erdgasindustrie sowie Teile der Politik leiten die Definition „konventionell“ häufig von der Tiefe der Förderung ab. Dies hat zur Folge, dass bisher selbst seitens der Bundesanstalt und Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) als unkonventionell deklarierte Tightgas- Vorkommen zu „konventionellen Lagerstätten“ erklärt werden. So werden Auflagen für Umwelt und Naturschutz umgangen.

Korbacher Resolution

Das ist die erste gesellschaftlich übergreifende Resolution gegen Fracking – aus einem Treffen zahlreicher Anti-Fracking-Initiativen im Jahre 2013 entstanden und mittlerweile von mehr als 75.000 Institutionen, Bürgerinnen und Bürgern sowie Verbänden unterzeichnet.

Lagerstättenwasser

Abfallprodukt jeder Art von Gasförderung. Lagerstättenwasser ist das Wasser aus den tiefen Gesteinsschichten, welches bei jeder Art von Gasförderung zu Tage gefördert wird. Dieses Wasser ist hoch belastet mit Quecksilber, Benzol und weiteren hochgiftigen Stoffen -je nach Region auch mit Uran und anderen radioaktiven Substanzen; hinzu kommt eine hohe Salzkonzentration. Dieses Abfallprodukt – auch der konventionellen Gasförderung! – wird rückgeführt, also im Boden verpresst. Ein Kontakt mit Grundwasser führenden Schichten kann nicht für alle Zeiten sicher ausgeschlossen werden. Eine Aufbereitung und Entsorgung der Schadstoffe findet bisher nicht statt. Dies wäre technisch zwar möglich, ist aber kostspielig. Die Notwendigkeit ergibt sich für die Gasunternehmen nicht, da die Problematik im Wasserhaushaltsgesetz nicht aufgenommen ist.

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG)

Zuständige Behörde, die die Aufgabe hat, die Erdgas fördernde Industrie zu kontrollieren und die über entsprechende Sicherheitsmaßnah- men verfügen könnte. Das LBEG ist ausschließlich verantwortlich – es ist Genehmigungs-, Aufsichts- und gleichzeitig auch Strafermittlungsbehörde. Diese Aufgaben- ballung wird dann problematisch, wenn die selbe Behörde den Strafbestand aufnehmen muss, die den Vorgang genehmigt hat.

Messstationen

2014 startete das Erdbeben-lnformationssystem der WEG (Wirtschaftsverband der Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V.). Hierzu wurden Messstationen zur Erhebung von seismischen Aktivitäten seitens der Erdgas fördernden Industrie eingerichtet. Kritiker sehen in diesem Zusammenhang eher die Behörden in der Verantwortung, um Unabhängigkeit in den Messwerten zu erreichen. Merkwürdig erscheint in diesem Zusammenhang, dass bei dem letzten großen Erdstoß im Gebiet Völkersen, LK Verden, die wichtigste Messstation zur Erhebung der Schadenswirksamkeit „außer Betrieb“ war.

Nachhaltigkeit

Das Grundprinzip, so zu wirtschaften, dass die Lebensgrundlagen dauerhaft erhalten bleiben

Niedersachsen

In Niedersachsen wird 96% des bundesdeutschen Gases gefördert. Quecksilber Nach Messungen des NABUS ist der Boden in Nähe von Bohrstellen zum Teil 70-mal höher mit Quecksilber belastet als üblich. Der zuständigen Behörde (LBEG) sind die Werte bereits seit Jahren bekannt, jedoch hat sie weder die Öffentlichkeit noch die betroffenen Landkreise davon unterrichtet. lm September 2014 wird öffentlich, dass in Bothel (LK Rotenburg) – unweit der Bohrstelle Söhlingen – eine überdurchschnittlich hohe Bevölkerungszahl an Leukämie- und Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Erlauben zur Zeit fast alle Fördermethoden. So können aktuell weiterhin Bohrungen in oder unter Trinkwasserschutzgebieten genehmigt werden.

Rotenburger Rinne

Grundwasserreservoir in 300 m Tiefe, aus dem ein weites Gebiet, zu einem Drittel auch Bremen, sein Trinkwasser bezieht. Drei Bohrungen gehen direkt durch dieses Trinkwasserarsenal. Bis 2012 wurden hier bereits rund 287.000 Kubikmeter giftiges Lagerstättenwasser in die Tiefe von ca. 1.000m verpresst. Gefahren der Verunreinigung des Trinkwassers bestehen durch Bohrunfälle, undichte Leitungen sowie Erdbeben. (s. Störfälle)

Störfälle (Beispiele)

Im Zusammenhang mit der Erdgasförderung traten allein 2012 bis 2014 Unfälle auf: Quecksilberbelastung an Erdgasförderplätzen – das LBEG ermittelt nach einer Anzeige des NABU aufgrund erhöhter Werte und leitet Untersuchungen ein. Verdacht auf Säureaustritt bei Fackelarbeiten – die Staatsanwaltschaft ermittelt. Lagerstättenwasser tritt beim Transport zur Verpressstelle auf öffentlicher Straße aus einem LKW-Tank aus. Aufgrund undichter Schweißnähte der Rohre gelangt Lagerstättenwasser ins Erdreich – Kontamination des Bodens. Immer wieder gibt es Erdstöße und Erdbeben (wie am 05.11. 2013 in Völkersen-Langwedel mit einer Stärke von 2,9. Bestehender Verdacht auf Durchlässigkeit der Zementierung an Verpressbohrstelle (Desintegrität des Ringraums), sodass Lagerstättenwasser ins Erdreich austreten kann. Notwendige Stilllegung von 22 km Rohrleitungen für Lagerstättenwasser aus der Erdöl- und Erdgasförderung aufgrund der Verwendung ungeeigneter Rohrmaterialien.

Schiefergas / Shale Gas

Erdgas, welches in Tonsteinen gespeichert ist und nur mit unkonventionellen Methoden (Fracking) gefördert werden kann. In Deutschland ist diese Förderung sehr umstritten und wird noch nicht praktiziert; die USA erleben derzeit durch diese extrem umweltschädigende Förderpraxis einen wirtschaftlichen Boom und machen sich somit unabhängig vom Erdöl anderer Staaten – aber ungeachtet ihrer Natur, Umwelt und der Menschen, die in diesem Raum arbeiten und leben.

Unkonventionelle Fördermethoden

Gas, das in unterschiedlichsten Materialien gebunden ist, strömt bei einer Bohrung nicht von selbst aus. Das Gestein, z.B. in Schiefer- gestein oder Sandsteinformationen, muss aufgebrochen, also gefrackt werden (s. Fracking). Diese Gesteinsschichten sind häufig in geringen Tiefen (800 bis 1200m) zu finden.

Verpressen

Beim Gasfördern mit an die Oberfläche gelangtes Lagerstättenwasser, welches hierzulande bisher aus Tiefen von 4000-5000 Metern Tiefe geholt Wird, wird bisher nur in einer Tiefe von etwa 1.000 m, also dem Grundwasser näher, im Erdboden verpresst. In Völkersen soll nach Planungen der RWE Dea der erste Versuch unternommen werden, das Lagerstättenwasser wieder in 4.000-5.000 m Tiefe zu verpressen. Unabhängige Studien/ Gutachten zu den Risiken und Gefahren des Verfahrens gibt es nicht.

Völkersen

Mit dem Erdgasfeld Völkersen betreibt die RWE Dea das produktionsstärkste Erdgasfeld Deutschlands. In der Spitze produziert der Förderbetrieb bis zu 7 Millionen Kubikmeter Erdgas pro Tag. In diesem Fördergebiet ist es u.a. auch zu Kontaminierungen von Böden gekommen sowie zu verstärkten seismischen Aktivitäten (s. Erdbeben).

Wasserschutzgebiete

Das Verpressen giftigen Lagerstättenwassers unterliegt keinen umweltschutzrechtlichen Auflagen. So verpresst RWE Dea beispielsweise direkt im Wasserschutzgebiet und gefährdet damit das Grund-/Trinkwasser der gesamten Region Nordwestdeutschland. (s. Rotenburger Rinne)

Wasserhaushaltsgesetz

Für Fracking soll künftig eine Erlaubnis der Wasserbehörde vorliegen müssen.

Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V (WEG)

Vertritt die Interessen der deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten.

Wir stellen uns quer – rotes X gegen Gasbohren

Der Anti-Atombewegung (gelbes X) angelehnte Symbol des Widerstandes gegen die aktuelle Gasförderpraxis.

Zahlen zum Thema

11 Milliarden Liter hochgiftiges Lagerstättenwasser werden pro jahr im Boden verpresst. Das LBEG kann „nicht ausschließen“, dass giftiges Lagerstättenwasser durch Risse im Gestein ins Trinkwasser gelangen wird. Die Förderabgaben allein der RWE Dea an das Land Niedersachsen beliefen sich 2012 auf 134 Millionen Euro. 11% des Gasverbrauchs in der Bundesrepublik kommen aus bundesdeutscher Förderung; der Rest wird aus Russland und Norwegen importiert. Etwa 95% des bundesweit geförderten Erdgases kommt aus Niedersachsen. Mit derzeit 52 aktiven Förderstellen hat daran der LK Rotenburg einen Anteil von 20%; der Großraum Völkersen (LK Verden) einen Anteil von 10 %.