Innerhalb von noch nicht einmal 2 Monaten wurde bereits das 3. Beben in unserer Region registriert. Am Freitagabend, dem 22.01.2016, bebte die Erde in Langwedel mit einer Magnitude von 1,3. Informationen über "seismische Ereignisse" in unserem Gebiet können auf der Internetseite weg.dmt.de abgerufen werden. Irgendwie eine Ironie des Schicksals, dass genau an dem Abend die Erde bebte, als sich die neu gegründete Bürgerinitiative "Walle gegen Gasbohren" zu einer Versammlung traf. Hier ein Pressebericht vom 24.01.2016 aus dem Sonntags-Tipp.

 

Nach einer gefühlt ruhigen Weihnachtszeit ist jetzt wieder einiges in Bewegung um das Thema geraten, welches uns seinerzeit zur Gründung dieser Bürgerinitiative veranlasst hat.

Ein Interview, das aufzeigt wie vergangene Ereignisse rund um das Gasbohren in unserem Kreis einfach zu einer gesunden Skepsis gegenüber den Methoden der Gasförderkonzerne führen muss.

Laut der Bürgerinitiative, die sich in Verden/Walle kürzlich neu gegründet hat, wurde dort bereits ein Gründstück an die DEA zwecks Sondierungsbohrungen verkauft. Während dessen schlagen Ärzte aus dem Bereich Rotenburg aufgrund weiter erhöhter Krebszahlen und der stagnierenden Ursachenforschung Alarm!

Das Fracking-Regelungspaket soll noch vor Ostern im Bundestag auf den Weg gebracht werden. Ob unsere Forderungen und Bedenken, die wir den politischen Vertretern aller Parteien in den vergangenen Monaten zur genüge vorgetragen haben, in diesem neuen Gesetz Beachtung finden, wird sich zeigen. Vertreter der hiesigen Bürgerinitiativen haben am 18.01.2016 dem Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeld, in dessen Büro in Verden ein Schreiben übergeben, indem alle Risiken noch einmal deutlich aufgezeigt werden.

 

Wen es interessiert, hier noch ein (un)schönes Bild vom weltweiten Fracking-Gas-Abfackeln.

Am 22. November 2012 ereignete sich im Bereich des Erdgasfeldes Völkersen ein Erdbeben. Dieses wurde durch die Erdgasförderung induziert, wie mittlerweile unstreitig sein dürfte.

Nach diesem Erdbeben haben über 100 Gebäudeeigentümer Schäden an ihren Immobilien gemeldet. Soweit diese Schäden durch das Erdbeben vom 22. November 2012 verursacht wurden, ist die Dea gemäß § 114 Bundesberggesetz (BBergG) zum Schadensersatz verpflichtet. Die Voraussetzungen und Bedingungen für diesen Schadensersatzanspruch haben wir hier aus unserer Sicht zusammengefasst.

Wie alle Schadensersatzansprüche unterliegt auch dieser der Verjährung. Verjährung bedeutet, dass ein Schuldner die Leistung verweigern kann. Wenn die Einrede der Verjährung berechtigterweise erhoben wurde oder wird, ist ein Anspruch nicht mehr durchsetzbar.

Die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre (§ 117 Abs. 2 BBergG i.V.m. § 195 BGB). Diese Frist beginnt mit dem Ablauf des Jahres, in dem der Schaden entstanden ist. Dies bedeutet, dass für die Schäden aus dem Erdbeben vom 22. November 2012 die Verjährungsfrist am 31. Dezember 2015 abläuft. Dies gilt nur dann nicht, wenn der Ablauf der Verjährung gehemmt oder unterbrochen wurde. Eine Möglichkeit, den Ablauf der Verjährungsfrist zu hemmen, ist gemäß § 204 Abs. 1 BGB die Einleitung eines Verfahrens bei der „Schlichtungsstelle Bergschaden Niedersachsen“, die beim Landkreis Rotenburg angesiedelt ist.

Um sich nicht dem Risiko der Verjährung auszusetzen, sollten diejenigen Gebäudeeigentümer, denen durch das Erdbeben vom 22. November 2012 noch nicht regulierte Schäden an ihrem Gebäude entstanden sind, dringend überlegen, vor dem Ende des 31. Dezember 2015 einen entsprechenden Antrag bei der Schlichtungsstelle zur Durchführung der Schlichtung einzureichen.

Ein leichtes Erdbeben vom 6. Dezember im Raum Langwedel und die Suche nach Grundstücken in Walle (Erweiterung ihrer Gasbohrplätze) der Deutschen Erdöl AG sind die aktuellen Themen der vergangenen 14 Tage.

Ebenfalls aus der lokalen Presse war zu erfahren, dass die Gruppe WGL/Noltemeier dem Gemeinderat Langwedel folgende Erklärung zur Beschlussfassung vorlegen wird:
Der Flecken Langwedel erklärt sich zur „Frackingfreie Gemeinde“ und spricht sich damit gegen Fracking und für eine konsequente Umsetzung der Energiewende aus“

Passend zur UN - Klimakonferenz (Weltklimagipfel), die am 30.11.2015 in Paris beginnt und bis zum 11. Dezember andauern wird, zeigte das Erste Deutsche Fernsehen am 26.11.2015 im Rahmen der Sendung "Panorama" einen Beitrag, der die Doppelmoral unserer Regierung aufzeigt. Deutschland geht in Sachen erneuerbare Energie und Reduzierung von Treibhausgasen gerne stets vorne weg und verkauft die "gute deutsche Technik" ja ganze Braunkohlekraftwerke hintenrum nach Griechenland. Deutsche Unternehmen unterstützen das Land auch tatkräftig diese Kraftwerke zu bauen. Diese exportierenden Unternehmen dürfen sich gar über Unterstützung unserer Regierung freuen.

Es geht wohl (leider nicht nur in Deutschland) wieder wie immer um ein bisschen Klima und ganz viel "Kohle".