Das Erdbeben vom 22. April war mit einer Stärke von 3,2 das bislang stärkste durch die Gasförderung ausgelöste Beben in der Region. Und es hatte für eine Reihe von Hausbesitzern Folgen. Damit Geschädigte Ansprüche auf Schadenersatz wirksam durchsetzen können, gilt es, einige Besonderheiten zu beachten. Die Bürgerinitiativen aus Völkersen und Langwedel haben deshalb kurzfristig eine Informationsveranstaltung organisiert.

Am Montag, den 9. Mai geht es um 19.30 Uhr in Klenke's Gasthaus in Langwedel um die Frage "Das Erdbeben vom 22. April: Was ist im Schadensfall zu tun?". Der Rechtsanwalt Gero Landzettel (Bürgerinitative Flecken Langwedel gegen Gasbohren) und der ehemalige Zivilrichter Gerd Landzettel (Bürgerinitiative "No Fracking" Völkersen) geben zunächst einen Überblick über die geltende Rechtslage bei Erdbebenschäden aus der Erdgasförderung. Im Anschluss erläutern sie mögliche Verfahrensabläufe für die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen und geben praktische Hilfestellung, zum Beispiel für die Formulierung eines Anspruchsschreibens an die DEA.

Alle von dem Beben betroffenen Geschädigten sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Gift im Boden?!? Man mag es nicht mehr lesen und hören wollen. Aber so lange die Gasförderunternehmen hier in unseren Landkreisen so weitermachen wie bisher, wird sich an solchen Meldungen, wie kürzlich aus dem Heidekreis, nicht viel ändern.

Dort sollen laut einem Bericht der Kreiszeitung auf einem Betriebsgelände, zwischen Brochdorf und Delmsen, Rohre aus Gasförderanlagen der Firma Exxon illegal gelagert und auch gereinigt worden sein. Und dabei könnten Giftstoffe, die aus dem inneren der Rohre herausgewaschen wurden, in das umliegende Erdreich gelangt sein.Die besagte Firma soll höchstwahrscheinlich nicht über die erforderlichen Sicherheitsstandards auf besagtem Betriebsplatz verfügen, die das Eindringen von Flüssigkeiten in das Erdreich verhindern könnten.

Brisant zusätzlich, da der Abstand zum Förderbrunnen der Wasserversorgungsanlage Delmsen nur wenige 100 Meter beträgt.

Die zuständigen Aufsichtsbehörden sind nun gefragt hier für eine lückenlose Aufklärung der Sachlage zu sorgen. Apropos "Sorgen"...davon hat die Bevölkerung, besonders in diesem, seit Jahren von der Gasförderung intensiv genutzten Bereich rund um die Ortschaft Bothel wahrlich genug. Stichwort "erhöhte Krebsraten". Diese könnten im Zusammenhang mit der massiven Erdgasförderung in der Umgebung stehen...

Hier zum Artikel in der Kreiszeitung vom 13.04.2016.

Bellen bei Bothel Karte

 

Die Familie Rockefeller, unsagbar Reich geworden durch den Ölboom des 20. Jahrhunderts, sieht die Praktiken der Ölkonzerne und hier im besonderen die des Exxon-Konzerns als "unethisch" an und wird für eine nachhaltigere Zukunft  seine Anteile an dem Ölkonzern Exxon verkaufen. Folgen sollen auch Ausstiege an weitern Beteiligungen, die der Rockefeller-Fonds in Kohle- und Ölsand-Unternehmen bisher hatte.

Ein Zeichen das Schule machen und Konzernen deren von Profitgier verklärte Augen öffnen sollte. Evtl. könnte natürlich auch die/der ein oder andere verantwortliche PolitikerIn hierzulande Rückrad zeigen und sich gegen die ewig gleichen (und gestrigen) Argumente der Energiekonzerne durchsetzen und klare Kante zeigen. Aber weiterhin wird nur "rumgeeiert". Die angeschlagenen Energieriesen wie z.b. Eon oder Rwe sollten diesen Zeichen der Zeit endlich Rechnung tragen und damit aufhören das natürliche Ökosystem und damit unsere Existenzgrundlage weiterhin nachhaltig zu gefährden und zu zerstören.

Nur einige Stichworte die uns hier in unserer Heimat, vor unserer Haustür stetig in Alarmbereitschaft setzen:

  "Fracking" , "Lagerstädtenwasser-Verpressung" , "Ölschlammgruben" und nicht zu letzt auch noch "Krebsfälle"

Hier Beiträge aus der Kreiszeitung und ecomento-tv zum Thema.

Die Gemeinde Langwedel berät ab dem 11. April über einen Antrag, den Flecken Langwedel zur „frackingfreien Gemeinde“ zu erklären. Am 11. April wird darüber zunächst in öffentlicher Sitzung im Umwelt-, Kultur- und Friedhofsausschuss vorberaten, am 21. April in nicht-öffentlicher Sitzung im Verwaltungsausschuss. Am 27. April entscheidet der Rat dann in öffentlicher Sitzung über den Antrag.

Wer dem Antrag zu mehr Nachdruck verhelfen möchte, kann dies durch Präsenz in den öffentlichen Sitzungen tun.

In der Begründung des Beschlussvorschlags heißt es:

„Mehr als 2.000 Gebietskörperschaften haben sich bisher gegen Fracking ausgesprochen und Resolutionen gegen diese Fördermethode verabschiedet. Um gemeinsam ein Zeichen gegen Fracking zu setzen, haben der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Deutsche Naturschutzbund (NABU), das Umweltinstitut München und die Umweltorganisation PowerShift die Gemeinschaftsaktion „Frackingfreie Gemeinde“ ins Leben gerufen.

Zur „Frackingfreien Gemeinde“ haben sich zwischenzeitlich mehrere hundert Kommunen erklärt. Die

Unterstützer der Kampagne werden in einem Zentralregister des BUND zusammengefasst und veröffentlicht. (…) Aufgrund der nicht absehbaren Folgen der Frackingtechnologie in den verschiedenen Anwendungsbereichen sollte aus Sicht der Verwaltung dem Antrag gefolgt werden.“

Infos der Gemeinde dazu gibt es hier.

Werner Zittel

Fracking

Energiewunder oder Umweltsünde?

Kaum eine Technologie wird so emotionsgeladen diskutiert wie Fracking, das hydraulische Aufbrechen von Gestein, um auch an die allerletzten Gas- und Ölreserven zu gelangen. Das ist nicht überraschend, denn die Ölförderung und Gasförderung durch Fracking ist nicht nur teuer, sondern außerdem gefährlich: Befürchtet werden verseuchtes Trinkwasser, Naturzerstörung und Erdbeben.

Mit dem Versuch der Bundesregierung, Fracking gesetzlich zu regeln, hat die Debatte nun erneut an Fahrt aufgenommen. Wird die Regelung dazu führen, dass Fracking in Deutschland unmöglich wird? Oder werden die Entwürfe letztendlich nichts anderes hervorbringen als eine Unterstützung dieses Förderverfahrens, wovon die großen Energiekonzerne profitieren? Der Energieexperte Werner Zittel klärt in seinem Buch über Chancen und Risiken auf, unterzieht die Förderbedingungen in Deutschland einer kritischen Untersuchung und hinterfragt die wirtschaftliche Bedeutung von Fracking.

oekom verlag, 224 Seiten, 19,95 Euro

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